Veranstaltung
Europäische Wallet-Konferenz UNFOLD kommt nach Nijmegen
Zwei Tage zur europäischen digitalen Identitäts-Wallet, mit Erfahrungen aus ganz Europa und niederländischer Praxis. Kostenlos, im Pathé Nijmegen oder online.
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- Pathé Nijmegen

Die fünfte Ausgabe von UNFOLD, der Konferenz von France Identité über europäische digitale Identitäts-Wallets, kommt von Paris nach Nijmegen. UNFOLD ist eine junge Community, die die Entwicklung der europäischen digitalen Identitäts-Wallet (EUDI-Wallet) in den Mittelpunkt stellt. Nach der überarbeiteten eIDAS-Verordnung muss jeder Mitgliedstaat bis spätestens Ende 2026 eine solche Wallet anbieten. Das Thema dieser Ausgabe lautet daher „Von der Wallet-Strategie zur Umsetzung“. Zwei Tage lang zeigen Verwaltungen, Banken, Versicherer, Gesundheitsdienstleister und Akteure aus der Energiebranche gemeinsam mit Beratern und Technologiepartnern in Nijmegen, wie sie die Wallet vom Pilotprojekt zum echten Dienst bringen.
In seinem ersten Jahr zog UNFOLD mit den bisherigen Ausgaben und vier Interoperabilitätsveranstaltungen bereits mehr als 1.500 Teilnehmende an. France Identité organisiert diese Ausgabe gemeinsam mit dem niederländischen Ministerium des Innern und für Königreichsbeziehungen, der Stadt Nijmegen, ICTU, Gebruiker Centraal und Ver.iD.
Zwei Tage: europäische Erfahrungen und niederländische Praxis
- 7. Oktober: warum. Europäische Länder und Organisationen teilen ihre Erfahrungen mit der Wallet und zeigen, was sie bringt.
- 8. Oktober: wie. Niederländische Kommunen, Gesundheitsdienstleister und andere Organisationen zeigen, wie sie die Wallet in ihre Dienstleistungen einführen.
Die Sessions der Konferenz behandeln unter anderem KI-Agenten und digitale Vollmachten, Business Wallets, Gesundheitsdaten in der Wallet und Dienstleistungen rund um Lebensereignisse wie den 18. Geburtstag oder den Verlust eines geliebten Menschen. An beiden Tagen können Sie außerdem an der Wallet Safari teilnehmen, einem Rundgang durch 15 Live-Demos, in denen Organisationen ihre Wallets und Lösungen zeigen. Das vollständige Programm finden Sie auf der Website von UNFOLD Nijmegen.
Frankreich lernt in der Praxis
UNFOLD ist eine Initiative von France Identité, dem Programm des französischen Staates für digitale Identität. France Identité organisierte die erste Ausgabe im September 2025 in Paris als offenen Treffpunkt für alle, die an der EUDI-Wallet arbeiten, auch für Organisationen außerhalb der europäischen Large Scale Pilots. Im Jahr danach folgten weitere Ausgaben und Interoperabilitätsveranstaltungen, in denen Wallets, Aussteller und Prüfer ihre Systeme gegeneinander testen. Nijmegen ist die erste Ausgabe außerhalb von Paris. France Identité bringt ein Jahr UNFOLD und seine eigene Praxiserfahrung mit.
Die App von France Identité steht seit Februar 2024 allen offen und hatte im März 2026 bereits mehr als 4 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Mit der App können sich Menschen in Frankreich bei Online-Diensten der Verwaltung anmelden, einen Identitätsnachweis etwa für eine Mietwohnung teilen und ihren Führerschein bei einer Verkehrskontrolle vorzeigen.
Anthony Carmoy, Technischer Direktor von France Identité, eröffnet UNFOLD am 7. Oktober. In einem Interview mit Gebruiker Centraal (Niederländisch) erzählt er, wie Frankreich lernt, indem es die App im Alltag einsetzt. Als Beispiel nennt er den Zug.
Ein französisches TGV-Ticket ist auf den Namen ausgestellt. Bei der Kontrolle kann das Zugpersonal daher prüfen, ob Sie die Person auf dem Ticket sind. Reisende wollten das mit France Identité nachweisen. Die App funktionierte, aber das Zugpersonal hatte noch kein Verfahren, um den digitalen Nachweis zu akzeptieren. Gerade weil Reisende die App tatsächlich nutzten, wurde das sichtbar. Die SNCF passte ihre Kontrollen daraufhin an. Heute zeigen Sie in TGV INOUI, Intercités und OUIGO einen QR-Code, der nur Ihren Nachnamen, Vornamen und Ihr Geburtsdatum teilt, auch ohne Internetverbindung.
Anthony CarmoyTechnischer Direktor von France Identité“Wenn Organisationen mitmachen, lernen sie die Regeln unterwegs kennen und können sie auch beeinflussen”
Warum Nijmegen
Nijmegen gehört zu den Kommunen in den Niederlanden, die beim Einsatz von Wallets in kommunalen Dienstleistungen vorangehen. Einwohnerinnen und Einwohner können sich seit Januar 2022 mit Yivi anmelden, damals noch IRMA. Im Juni 2025 war Yivi für rund drei Viertel der digitalen Produkte und Dienstleistungen der Stadt verfügbar.
Gemeinsam mit Ver.iD untersucht die Stadt, wie Einwohnerinnen und Einwohner kommunale Daten als digitale Nachweise in ihrer Wallet empfangen und teilen können. Am 7. Oktober schließen Wieteke Kremer von der Stadt Nijmegen und Sten Reijers von Ver.iD den ersten Tag ab. Sie erläutern, warum nicht allein die Verifizierung, sondern die Verwaltung von Nachweisen über ihren gesamten Lebenszyklus über den Erfolg einer Wallet entscheidet. Lesen Sie, wie Nijmegen dabei vorgeht.
Vor Ort oder online teilnehmen
UNFOLD #5 richtet sich an Führungskräfte und Fachleute aus Verwaltungen, Banken, Versicherungen, Gesundheitswesen und Energiewirtschaft sowie an die Berater und Technologiepartner, die sie unterstützen. Auch wenn Ihre Organisation noch nicht mit Wallets arbeitet, sind Sie willkommen. Laut den Organisatoren brauchen die meisten Organisationen nur eine grundlegende Reife, weil Intermediäre und Vertrauensdiensteanbieter den Großteil der technischen Arbeit übernehmen. Im Interview nennt Anthony Carmoy UNFOLD „einen der besten Zugänge zum Ökosystem, die es derzeit gibt“.
Die Teilnahme ist kostenlos. Das Pathé Nijmegen bietet 250 Plätze, und Sie können auch online zuschauen. Auf unfoldnijmegen.eu stellen Sie nach Branche und Interessen Ihre eigene Agenda zusammen.

